Zur Startseite


















                                      
Kulturwanderweg Fränkische Schweiz restauriert!
Leutenbach – Seit vier Wochen ist ein Arbeitstrupp des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst an den Sinterwasserfällen unterhalb der romantischen St. Moritzkapelle zugange. Er repariert ein etwa 200m langes Stück des Kulturwanderweges Fränkische Schweiz. Der geländemäßig schwierige Abschnitt war nur noch unter Gefahr zu begehen. Mehrere Wanderrouten führen darüber. Seit drei Jahren bemühte sich die Gemeinde Leutenbach Abhilfe zu schaffen.

Langwierige Grundstücks- und Haftungsfragen waren zu klären. Letztes Jahr fiel der Arbeitstrupp für die Maßnahme aus. Jetzt schauen alle gespannt auf die Fertigstellung. Es ist Halbzeit, wie Vorarbeiter Manfred Späthling, der mit seinem Kollegen Adrian Novotni gerade eine Brücke baut. Bei der Angebotslegung, so Späthling, war hier noch ein begehbarer Wanderweg. Hier und an einer zweiten Stelle spülte zwischenzeitlich der Starkregen den kompletten Weg fort. An anderen Stellen waren Steinstufen in den Bach gespült worden, das habe er so noch nie gesehen. Die Brücke soll dem Wasser einen Durchlass ermöglichen, Schäden künftig vermeiden helfen. Hangseits wurde der schmale Fußpfad auf einer Länge von rund 200m abgegraben. Sämtliche Geländer aus Lerchenholz sind auf der gesamten Länge zu erneuern.40 Metallpfostenträger in Stahlbetonfundamenten sollen langfristig Halt geben. 75 neue Treppenstufen mit stabilen Vollholzschwellen aus Eiche sind einzubringen.

Die Böschung wird tal- und hangseitig an diversen Stellen mit massiven Eichenkanthölzern gegen künftigen Erdrutsch gesichert. Gerade auf Grund der teilweise sehr schwierigen Geländebedingungen sind hier die Spezialisten des Naturparks mit all ihrer Erfahrung gefordert. Manfred Späthling und Adrian Novotni lassen keinen Zweifel aufkommen, jeder Handgriff sitzt. „Es ist eine schöne Ecke unserer Gemeinde“, sagt Florian Kraft, „der dann wieder stabile Weg lässt künftig die vielen Wanderer unsere herrliche Natur wieder uneingeschränkt genießen“.

Ob sich jeder Passant des großen Aufwandes bewusst ist, bleibt die Frage mit Blick auf den pfleglichen Umgang. Schließlich werden hier rund 40.000 Euro verbaut. Der Freistaat fördert die Maßnahme mit 50 Prozent der Kosten. Es ist ein Wanderweg, nicht gemacht für Mountain Bikes oder sogar motorisierte Fahrer, wie sie hier in der Vergangenheit zu beobachten waren. Späthling verweist auf Maßnahmen an Wanderwegen in Obertrubach, wo Sperrschilder das Befahren der Wege grundsätzlich verbieten. Das wäre auch hier eine vorbeugende Mininalmaßnahme.

Helmut Pfefferle, Vorsitzender des Vereins für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz, beobachtet die Wegebaumaßnahme am Wasserfall mit Wohlwollen. Er würde sich wünschen, dass am Burgstein oberhalb von St. Moritz eine fällige Maßnahme am Stallhang ebenfalls kurzfristig angefasst wird. Dabei verweist er auf eine schützenwürdige Pflanze, die er eben dort fotografierte. „Den Weg dort oben haben die Moutainbiker schon zerstört. Da schauen nur noch gefährliche Eisen aus dem Boden. Jetzt sind auch noch wertvolle Pflanzen gefährdet“, sagt er mit Sorge. Bürgermeister Florian Kraft sagte auf Rückfrage, dass man diesen Teil des Kulturweges sicher auch in absehbarer Zeit anfassen wolle. Erst einmal freut man sich aber auf die Fertigstellung unterhalb St. Moritz. Der erste Kraftakt ist dann erledigt.

(Text und Bild: Franz Galster)